Re: Fußball Krawalle
Verfasst: 26.05.2012 13:10
Würde mich auch interessieren.
Ach ja. Jetzt steht heute etwas von Fußfesseln in der NWZ.
Ach ja. Jetzt steht heute etwas von Fußfesseln in der NWZ.
https://www.oldenburg-forum.de/
Hertha-MV-Liveticker hat geschrieben:22.28 Uhr Ein Fan fordert, dass aufgrund mangelnder neuer Erkenntnisse der Aussprache endlich zum Wesentlichen überzugehen sei – zur Wahl. Der folgende Redner fährt ungerührt fort. “Mein erstes Hertha-Spiel war 1975…..” Großartig.
Der Link dazu:http://www.turus.net/sport/6853-pyrotec ... ionen.htmlJa, es konnte im Block 13 auf der Südtribüne des Dortmunder Westfalenstadions schon mal heiß werden. Anfang der 90er Jahre war es bei Borussia Dortmund durchaus üblich, zahlreiche bengalische Fackeln zu zünden. Neben dem Betzenberg war Dortmund das klassische Beispiel für „südländische Stimmung“ in einem deutschen Fußballstadion. Das Ganze sei ein alter Hut und wohlbekannt? Gut möglich. Allerdings wird derzeit in zahlreichen Talkshows so getan, als sei Pyrotechnik ein Phänomen, das erst vor kurzem in der "radikalen, gewaltgeschwängerten Ecke" aufgetaucht ist.
Hätte man Anfang der 90er Jahre einem aktiven Fußballfans des BVB 09 oder des 1. FC Kaiserslautern erklärt, dass das Abbrennen von Pyrotechnik eine Straftat und zudem mit Ausschreitungen und Randale gleichzusetzen sei, hätte man nur ein ungläubiges Kopfschütteln geerntet. Nicht, dass es an jedem Spieltag fröhlich räucherte und fackelte, doch gehörten auf dem Betzenberg und im Westfalenstadion die Bengalos durchaus zum festen Repertoire.
Erinnerungen verblassen und verschwimmen. Wahrnehmungen verzerren sich. An konkreten Beispielen des Zeitraumes 1991 bis 1995 soll einmal gezeigt werden, wie damals Vereine und Fans (vor der Zeit der Ultras) die Sache handhabten. Schauplatz Ulrich-Haberland-Stadion des TSV Bayer 04 Leverkusen. Für acht DM ermäßigt in den C-Block. Die Kontrollen waren eher lasch. Wenn es sich nicht gerade um Messer oder andere spitzen Gegenstände gehandelt hatte, konnte man so ziemlich alles mit in den Fanblock hineinnehmen. Große bengalische Fackeln waren in Leverkusen keinesfalls erwünscht, doch diverses Silvesterzeug wurde geduldet. Unter jüngeren Fans war es durchaus üblich, zu Silvester gleich mal etwas mehr Chinakracher und Goldregen zu kaufen, denn das nächste knackige Spiel käme bestimmt. Negative Hintergedanken hatten die meisten ganz gewiss nicht gehabt. Akustisch und optisch sollte die eigene Mannschaft unterstützt werden. Nicht mehr, nicht weniger.
Die Gästefans im Ulrich-Haberland-Stadion (heute BayArena) zündeten mal wieder Bengalos? Da wollte man gegenhalten. Raus mit den Wunderkerzen und den Silberregen. Gegen 1993/94 durften Vertreter der Fanklubs von Bayer 04 sogar ab und zu bengalische Fackeln am Rande des Rasens zünden. Sah hübsch aus und war völlig ungefährlich. Dass das Werfen von Pyrotechnik dagegen in Fankreisen völlig verpönt war, zeigte sich allein beim Europapokalspiel zwischen Bayer 04 Leverkusen und Panathinaikos Athen. Als griechische Fans die Bengalos in Richtung Rasen warfen, ertönte auf den Rängen ein gellendes Pfeifkonzert. Auch im Fanblock. Die selbst aufgestellte Regel war ganz klar: Nach Möglichkeit zünden ja, werfen nein.
Dass Leverkusen jedoch zu jener Zeit nicht gerade der Nabel der Fankultur war, ist unbestritten. Deshalb ein Blick in die anderen deutschen Stadien jener Zeit. Eher selten zu sehen waren Rauchbomben, weitaus beliebter waren bengalische Fackeln, auch Zylinderflammen genannt. Müngersdorfer Stadion. Oberrang, Block 38. Der Hort der Hools des 1. FC Köln. Schräg oberhalb des Gästeblocks. Bei brisanten Spielen wurde schon mal die eine oder andere Fackel zum „Denn mir sin kölsche Junge“ zum Glühen gebracht. Hinuntergeworfen wurde indes selten etwas.
Im Parkstadion des FC Schalke 04 gab es – im Gegensatz zum Erzrivalen aus Dortmund - eher selten einen bengalischen Flächenbrand zu sehen, doch einzelne Fackeln waren auf Heim- und Gästeseite des Öfteren auszumachen. In Duisburg versuchten engagierte MSV-Fans Mitte der 90er Jahre die Pyrotechnik in der Fankurve zu etablieren, doch stießen sie dort auf starke Gegenwehr. Von Seiten des Vereins und von Seiten zahlreicher Zuschauer. Was beim FCK und BVB als hoffähig galt, konnte in anderen Stadien komplett unerwünscht sein. Häufig galt: Die Fanszene regulierte sich in zahlreichen Kurven selbst. Schlug einer über die Strenge, bekam er dies von den um ihn herumstehenden Fans zu spüren. Eher selten sah man indes einen Einsatz von Ordnern im Block, ganz zu schweigen von einem massiven Polizeieinsatz auf den Rängen. Bevor behelmte Einsatzkräfte in die Blöcke marschierten, musste richtig was passiert sein. So wie beim Bundesligaspiel zwischen dem FC Schalke 04 und dem 1. FC Köln am Nikolaustag 1993, als Kölner Hooligans den Zwischenzaun aufgeschnitten hatten und auf die Haupttribüne gestürmt waren.
Pfefferspray? Schlagstockeinsatz im Fanblock wegen Pyrotechnik? Das wäre zu Beginn der 90er Jahre eher absurd gewesen. Was nicht heißen soll, dass bei manch einem Polizisten nicht schon damals der Knüppel locker im Halfter hing. Prügelorgien für Gästefans waren in Mönchengladbach und Bochum auf dem Weg zum Bahnhof legendär. Nicht ohne Grund erhielt die Bochumer Polizei damals den „Goldenen Schlagstock“ als Auszeichnung.
Wie bereits eingangs erwähnt. Fans nutzten zu jener Zeit Pyrotechnik allein, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Ausnahmen gab es meist nur bei Europapokal-Auftritten. So wurden beim heißen Spiel PSV Eindhoven gegen Bayer 04 Leverkusen im Frühjahr 1995 Leuchtkugeln in die verfeindeten Nachbarblöcke geschossen, was dazu führte, dass die Zuschauer außer Rand und Band waren. Auch nach dem Spiel gab es von niederländischer Seite noch gezielte Schüsse auf den deutschen Fußballsonderzug, der angereichert war mit zahlreichen erlebnisorientierten Trittbrettfahrern aus ganz NRW. Solche Zustände für den Bundesligaalltag gewünscht hatte sich das weiß Gott kein normaler Fan.
Wie es auch funktionieren konnte, wurde bei einem Abendspiel des 1. FC Nürnberg im Frühjahr 1992 deutlich. Beim wichtigen Spiel gegen Leverkusen, bei dem es um die UEFA-Pokalplätze ging, wurden in der Kurve am Zaun kontrolliert unzählige bengalische Fackeln gezündet. Ein Anblick, der sich im Kopf eingebrannt hatte. Somit wurde bereits vor 20 Jahren (!) eindrucksvoll bewiesen, dass es sehr wohl eine kluge Alternative zum Abbrennen im Block wie in Dortmund und Kaiserslautern gab.
In der Tat, inmitten der damals wirklich prall gefüllten Stehplatzbereiche in Dortmund war das Zünden von Pyrotechnik eine Sache für sich. Ein gute Jacke sollte man auf der Südtribüne ganz gewiss nicht anhaben, denn Funkenflug konnte hübsche Brandlöcher verursachen.
Weniger problematisch erschien Pyrotechnik in den unteren Ligen. Zwar waren Bengalos in kleineren Fanszenen nicht so sehr verbreitet, doch bei Partien wie FC Sachsen Leipzig gegen 1. FC Union Berlin (Regionalliga Nordost), FSV Zwickau gegen Hertha BSC (2. Bundesliga) oder auch beim Relegationsspiel Tennis Borussia Berlin gegen den VfL Oldenburg kamen durchaus Bengalos zum Einsatz. Auch in diesen Fällen gab es keine unnötigen Polizeieinsätze.
Um es noch einmal zu betonen: Keinesfalls war der Einsatz von Pyrotechnik zu damaliger Zeit Gang und Gäbe, doch wurde von Seiten der Vereine meist ein Auge zugedrückt. Eintracht Frankfurt zu Gast in Dortmund? Bereits damals gab es eine Pyroshow im Gästebereich zu sehen. Der FC Hansa Rostock gegen Eintracht Frankfurt im Berliner Olympiastadion vor über 50.000 Zuschauern? Bei solch einem Anlass durften rot leuchtende Bengalos nicht fehlen. DFB-Pokalendspiel 1993 zwischen Hertha BSC / Amateure und Bayer 04 Leverkusen? In der Berliner Kurve unter der Anzeigetafel schmokelte und qualmte es zum Anpfiff. Sicherlich nicht in der Intensität wie in manchen Gästeblöcken der Gegenwart, doch wer meint oder behauptet, das Phänomen Pyrotechnik sei ein neues Phänomen, liegt völlig falsch.
Richtig ist, dass das Interesse zwischenzeitlich abnahm. An Intensität nahm der Einsatz von Pyro wieder zu, als immer mehr eine Zero-Tolerance–Politik in den deutschen Stadien durchgesetzt wurde. Mit Knüppel, Pfefferspray und zahllosen Stadionverboten allein wird man nichts bewegen können. Mit einer aufgezogenen Medienkampagne noch weniger. Aufrüstung? Fußfesseln? Brandfeste Vorhänge, die heruntergelassen werden? In was für einer Zeit leben wir denn? Zahlreiche Nachbarländer machen es doch vor, wie die Sache gehandhabt werden könnte. Klingt abgedroschen. Allerdings scheint das kontrollierte Abbrennen der derzeit einzig vernünftige Weg. Je nach Bauart des Stadions: In einem frei gehaltenen Bereich. Vor den Zäunen hinter dem Tor. Auf einer brandfesten Plane auf dem Rasen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die bei anderen Großveranstaltungen auch zum Einsatz kommen.
Sollte so etwas wie damals vor 20 Jahren in Nürnberg und Leverkusen nicht auch in der Gegenwart möglich sein? Immerhin sprechen wir von zwei Vereinen, die bereits damals ein „modernes Schmuckkästchen“ hatten. Der Einwand, in den modernen Arenen gehe das einfach nicht, hat keine Substanz!
halt der fairste spieler seit dem 2. weltkriegsay hat geschrieben:http://www.kicker.de/news/fussball/2bun ... tragt.html
1 Jahr Sperre beantragt.....

Hast recht, weiss nicht genau wann das war, aber scheint Anfang 2000 gewesen zu sein, zumindest die legale vor dem Gästeblock. Ich wollte damit nur ausdrücken, dass es bei uns in Oldenburg schon viele gute Pyroshows gab, weist du aber wahrscheinlich selber. Die Spiele Anfang 2000 in Emden waren immer klasse, dazu das Bengalinferno in Meppen vor vielen Jahren... Naja, denke das Thema Pyrotecknik hat sich durch die glorreiche Aktion der Hertha im Relegationsspiel eh erledigt. Dank Kerners gnadenlosem Selbsteinsatz sowieso... Schade eigentlich denn es ist scheinbar nicht möglich verantwortungsbewusst mit der Sache umzugehen. Pyrozonen wie im Block West in Wien (wenn ich falsch liege bitte korrigieren) oder auf der Tivoli Nord in Innsbruck würde ich begrüßen. Wildes abfackeln eher nicht, da ist das Verletzungsrisiko einfach zu groß. Ein "gutes" Beispiel waren die Verletzten bei der Nürnberger Pyroaktion in Bochum. Tja, hätte schön werden können. Bin mal gespannt was die Innenministerkonferenz bringt, Stehplätze abzuschaffen ist definitv nicht die Lösung des Problems... Sah man ja bei den letzten Spielen der Düsseldorfer in Duisburg ganz gut, UD und der Block42 haben trotz des Standortes im Oberrang ordentlich gezündet.Hatter Platzstürmer hat geschrieben:.... ? Das wäre zu Beginn der 90er Jahre eher absurd gewesen. Was nicht heißen soll, dass bei manch einem Polizisten nicht schon damals der Knüppel locker im Halfter hing.![]()
![]()
Die Pyroshow in WHV war auch tollllllllllllll.