Re: 3.Liga
Verfasst: 24.04.2020 16:06
Nach allem, was ich im Augenblick (auch in der Entwicklung der Diskussionen) so lese, halte ich Nachfolgendes für wahrscheinlich:
Bundesliga: Spielt die Saison mit Geisterspielen zu Ende, womit sich Meisterschaft, internationale Plätze und Abstieg sportlich entscheiden.
2. Bundesliga: Spielt die Saison mit Geisterspielen zu Ende, womit sich Aufstieg und Abstieg sportlich entscheiden.
Die TV-Gelder gibt es unter der Bedingung, dass gespielt wird, nun ja weiter. Deshalb scheinen ein Abbruch und/oder eine Annullierung der Saison für beide Ligen vom Tisch.
3. Liga: Die Entscheidung zwischen Abbruch und Geisterspielen steht gefühlt bei 50/50. Da es Absteiger aus der 2. Bundesliga geben wird, kann ein Abbruch aber keiner Annullierung der Drittliga-Saison gleichkommen.
Bleibt die Frage, wie bei einem Abbruch gewertet wird. Wie weiter oben bereits geschrieben, hielte ich es für extrem unsportlich, bei noch elf (!!!) ausstehenden Spielen (bei denen die einen ein schweres und die anderen ein leichtes Restprogramm haben) die aktuelle Tabelle als Abschlusstabelle anzusehen.
Fairer wäre es da schon, die Hinrundentabelle zu nehmen, weil dann zumindest jeder einmal gegen jeden gespielt hat. In Sachen Aufstieg bliebe Duisburg damit Erster, Zweiter wäre statt Mannheim nun Ingolstadt und Dritter statt Unterhaching Braunschweig. In Sachen Abstieg blieben Jena, Großaspach und Münster die Absteiger, nur Chemnitz müsste statt Zwickau runter. Ich betone nochmals, dass ich das für "fairer", aber natürlich auch nicht für "100% fair" ansehe. Es wird keine für alle und den Sportsgeist zufriedenstellende Lösungen geben können.
Bei einem Abbruch könnte es aber auch sein, dass der Abstieg ganz ausgesetzt wird. Dann müsste man die schon jetzt 20-Teams-starke Liga nächstes Jahr aufstocken, wobei 24 sicherlich das absolute Maximum an Mannschaften darstellt. Zumal man ja noch gar nicht weiß, ab wann die nächste Saison (mit oder ohne Zuschauer) gespielt werden kann und wann diese Spiele dann alle gespielt werden sollen.
Relegationsspiele zwischen 1. und 2. Liga würden eh stattfinden. Aber auch zwischen 2. und 3. Liga wird man sich zu diesen zwei Begegnungen ohne Zuschauer durchringen können - egal ob vorher die Saison (mit einer Wertung) abgebrochen oder mit Geisterspielen zu Ende gespielt wird.
Das war es zum Profifußball. Hochspannend ist es aber natürlich auch im Amateurbereich beginnend mit Regional- und Oberligen bis ganz nach unten:
Hier wird es sicher flächendeckend zu einem Abbruch kommen. Dann geht es nur noch um die Wertung. (Dass Bayern die Saison im September fortsetzen will, halte ich übrigens für einen schlechten Scherz.) Von den Landesligen abwärts wird eine komplette Annullierung sicherlich ohne allzu große Aufregung möglich sein, weil schlicht die öffentliche Aufmerksamkeit fehlt. Bei Regional- und Oberligen wird man wohl die aktuellen Tabellen nehmen und dann Punkte durch Spiele teilen, um eine grade Tabelle zu haben. Die Relegationsspiele wird man dann noch ohne Zuschauer spielen lassen. Das hieße, die Aufsteiger in die 3. Liga wären:
- Türkgücü München (so sie denn ein Stadion vorweisen könnten, sonst der 1. FC Schweinfurt) in Bayern
- VfB Lübeck im Norden
- 1. FC Saarbrücken im Südwesten
- Dazu der Sieger der Relegation zwischen Lok Leipzig (Nordost) und dem SC Verl (West - so sie denn ein Stadion vorweisen könnten, sonst Rot-Weiss Essen)
Würde die Hinrundentabelle zum Maßstab genommen, hießen die Aufsteiger:
- Türkgücü München (so sie denn ein Stadion vorweisen könnten, sonst die SpVgg Bayreuth) in Bayern
- VfB Lübeck im Norden
- 1. FC Saarbrücken im Südwesten
- Dazu der Sieger der Relegation zwischen der VSG Altglienicke (Nordost) und dem SC Verl (West - so sie denn ein Stadion vorweisen könnten, sonst Rot-Weiss Essen)
Aus der Oberliga Niedersachsen würde dann der VfV Hildesheim aufsteigen. Und die Aufstiegsrelegationspaarung hieße, durchaus attraktiv, Atlas Delmenhorst gegen Altona 93.
Das ist für mich das wahrscheinlichste aller Szenarien. Aber es ist natürlich brutal schwer, überall faire und ligenübergreifend zusammenpassende Lösungen zu finden. Fragen über Fragen. Spannende Situation. Glück auf!
Ein Letztes: Sämtliche Pokalwettbewerbe ab Halbfinale sollte man ohne Zuschauer austragen lassen. Da wäre ein Abbruch, der im Pokal ja automatisch einer Annullierung gleichkommt, mMn nicht vertretbar. Ob das wahrscheinlich ist, ist aber natürlich eine andere Frage. Vielleicht kommt ja auch noch jemand auf die Idee, den DFB-Pokal für nächste Saison auszusetzen, weil die Ligen so viele Teilnehmer haben, dass es eh schon fast zu viele Spiele gibt. Dann könnte man den Landespokal jetzt natürlich leichter abbrechen. Hach, es ist alles nicht leicht.
Bundesliga: Spielt die Saison mit Geisterspielen zu Ende, womit sich Meisterschaft, internationale Plätze und Abstieg sportlich entscheiden.
2. Bundesliga: Spielt die Saison mit Geisterspielen zu Ende, womit sich Aufstieg und Abstieg sportlich entscheiden.
Die TV-Gelder gibt es unter der Bedingung, dass gespielt wird, nun ja weiter. Deshalb scheinen ein Abbruch und/oder eine Annullierung der Saison für beide Ligen vom Tisch.
3. Liga: Die Entscheidung zwischen Abbruch und Geisterspielen steht gefühlt bei 50/50. Da es Absteiger aus der 2. Bundesliga geben wird, kann ein Abbruch aber keiner Annullierung der Drittliga-Saison gleichkommen.
Bleibt die Frage, wie bei einem Abbruch gewertet wird. Wie weiter oben bereits geschrieben, hielte ich es für extrem unsportlich, bei noch elf (!!!) ausstehenden Spielen (bei denen die einen ein schweres und die anderen ein leichtes Restprogramm haben) die aktuelle Tabelle als Abschlusstabelle anzusehen.
Fairer wäre es da schon, die Hinrundentabelle zu nehmen, weil dann zumindest jeder einmal gegen jeden gespielt hat. In Sachen Aufstieg bliebe Duisburg damit Erster, Zweiter wäre statt Mannheim nun Ingolstadt und Dritter statt Unterhaching Braunschweig. In Sachen Abstieg blieben Jena, Großaspach und Münster die Absteiger, nur Chemnitz müsste statt Zwickau runter. Ich betone nochmals, dass ich das für "fairer", aber natürlich auch nicht für "100% fair" ansehe. Es wird keine für alle und den Sportsgeist zufriedenstellende Lösungen geben können.
Bei einem Abbruch könnte es aber auch sein, dass der Abstieg ganz ausgesetzt wird. Dann müsste man die schon jetzt 20-Teams-starke Liga nächstes Jahr aufstocken, wobei 24 sicherlich das absolute Maximum an Mannschaften darstellt. Zumal man ja noch gar nicht weiß, ab wann die nächste Saison (mit oder ohne Zuschauer) gespielt werden kann und wann diese Spiele dann alle gespielt werden sollen.
Relegationsspiele zwischen 1. und 2. Liga würden eh stattfinden. Aber auch zwischen 2. und 3. Liga wird man sich zu diesen zwei Begegnungen ohne Zuschauer durchringen können - egal ob vorher die Saison (mit einer Wertung) abgebrochen oder mit Geisterspielen zu Ende gespielt wird.
Das war es zum Profifußball. Hochspannend ist es aber natürlich auch im Amateurbereich beginnend mit Regional- und Oberligen bis ganz nach unten:
Hier wird es sicher flächendeckend zu einem Abbruch kommen. Dann geht es nur noch um die Wertung. (Dass Bayern die Saison im September fortsetzen will, halte ich übrigens für einen schlechten Scherz.) Von den Landesligen abwärts wird eine komplette Annullierung sicherlich ohne allzu große Aufregung möglich sein, weil schlicht die öffentliche Aufmerksamkeit fehlt. Bei Regional- und Oberligen wird man wohl die aktuellen Tabellen nehmen und dann Punkte durch Spiele teilen, um eine grade Tabelle zu haben. Die Relegationsspiele wird man dann noch ohne Zuschauer spielen lassen. Das hieße, die Aufsteiger in die 3. Liga wären:
- Türkgücü München (so sie denn ein Stadion vorweisen könnten, sonst der 1. FC Schweinfurt) in Bayern
- VfB Lübeck im Norden
- 1. FC Saarbrücken im Südwesten
- Dazu der Sieger der Relegation zwischen Lok Leipzig (Nordost) und dem SC Verl (West - so sie denn ein Stadion vorweisen könnten, sonst Rot-Weiss Essen)
Würde die Hinrundentabelle zum Maßstab genommen, hießen die Aufsteiger:
- Türkgücü München (so sie denn ein Stadion vorweisen könnten, sonst die SpVgg Bayreuth) in Bayern
- VfB Lübeck im Norden
- 1. FC Saarbrücken im Südwesten
- Dazu der Sieger der Relegation zwischen der VSG Altglienicke (Nordost) und dem SC Verl (West - so sie denn ein Stadion vorweisen könnten, sonst Rot-Weiss Essen)
Aus der Oberliga Niedersachsen würde dann der VfV Hildesheim aufsteigen. Und die Aufstiegsrelegationspaarung hieße, durchaus attraktiv, Atlas Delmenhorst gegen Altona 93.
Das ist für mich das wahrscheinlichste aller Szenarien. Aber es ist natürlich brutal schwer, überall faire und ligenübergreifend zusammenpassende Lösungen zu finden. Fragen über Fragen. Spannende Situation. Glück auf!
Ein Letztes: Sämtliche Pokalwettbewerbe ab Halbfinale sollte man ohne Zuschauer austragen lassen. Da wäre ein Abbruch, der im Pokal ja automatisch einer Annullierung gleichkommt, mMn nicht vertretbar. Ob das wahrscheinlich ist, ist aber natürlich eine andere Frage. Vielleicht kommt ja auch noch jemand auf die Idee, den DFB-Pokal für nächste Saison auszusetzen, weil die Ligen so viele Teilnehmer haben, dass es eh schon fast zu viele Spiele gibt. Dann könnte man den Landespokal jetzt natürlich leichter abbrechen. Hach, es ist alles nicht leicht.