Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball
Verfasst: 29.11.2005 16:52
Int. Fußball
Italien: Lazio-Spieler fehlt am Sonntag gegen Treviso - 23.01.2006 21:44
Di Canio wird erneut gesperrt
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Wiederholungstäter Paolo Di Canio von Serie-A-Klub Lazio Rom ist wegen einer faschistischen Geste von der Disziplinarkommission des italienischen Verbandes zum zweiten Mal innerhalb von fünf Wochen zu einem Spiel Sperre und einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro verurteilt worden.
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Damit wird der 37-jährige Stürmer das kommende Spiel seiner Mannschaft gegen den FCB Treviso am Sonntag verpassen. Di Canio hatte in der Liga-Partie gegen Livorno Calcio am 11. Dezember 2005 (1:2) zum wiederholten Male mit ausgestrecktem Arm den sogenannten "Römischen Gruß" gezeigt.
Di Canio hatte jedoch stets beteuert, er wolle lediglich seine "Kameraden" unter den Anhängern grüßen und keinesfalls eine rassistische Gesinnung demonstrieren.
Bereits im Dezember war Di Canio von der Kommission wegen eines identischen Vergehens im Spiel gegen Juventus Turin (1:1) zu 10.000 Euro und einem Spiel Sperre verurteilt worden. FIFA-Präsident Joseph Blatter hatte daraufhin eine lebenslange Sperre für Di Canio gefordert.
Zumal Di Canio seit seinem 14./15. Lebensjahr auch Mitglied der Irriducibili ist/war.Dino hat geschrieben:Di Canio ist eine miese kleingeistige faschistische Nachgeburt. "Kameraden" der gleichen Sorte hat er bei Lazio Rom auf den Rängen leider durchaus reichlich.
Außerdem gibt es noch linke Kurven in Perugia, Ancona, Empoli und natürlich in Ternana. Einstige Hochburgen gegen die Faschos wie etwa Bergamo sind leider gerade am Kippen.Dino hat geschrieben:Inzwischen ist es leider in Italien bei fast schon allen Vereinen der 1. und 2. Liga so, dass dort in den Kurven Faschos dominieren oder zumidest stark repräsentiert sind.
"Linke" Kurven gibt es noch im roten Livorno und in Florenz.
quelle: wickipediaIrriducibili Lazio
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Irriducibili Lazio (irriducibili = die Unbeugsamen) ist eine der größten italienischen Ultra-Gruppierungen. In ihr organisieren sich Fans des italienischen Fußballvereins Lazio Rom.
Irriducibili Lazio ist eine äußerst umstrittene Gruppierung, da sich die Gruppe offen zu rassistischen und faschistischen Meinungen bekennt. Farbige Spieler gegnerischer Mannschaften werden durch affenähnliche Geräusche verunglimpft, auf Transparenten und Bannern werden faschistische und rassistische Positionen vertreten. So wurden 1999 gegnerische Fans der AS Rom mit einem 18 m langen Transparent mit der Aufschrift "Auschwitz ist eure Heimat, die Öfen euer Zuhause." begrüßt. 2001 wurde wiederum die AS Rom auf einem 30 m langen Transparent als "Schwarze Mannschaft und Judenfans" begrüßt. Der damalige italienische Innenminister Enzo Bianco vermutete 2000, dass die rechtsextremistische Organisation Forza Nuova die Irriducibili Lazio kontrolliert.
Der Verein Lazio Rom wurde vom italienischen Fußballverband mehrmals zu Geldstrafen und zu Heimspielen auf neutralem Platz verurteilt. Am Verhalten der Fans änderte sich jedoch wenig, zudem ist der Verein von seinen Anhängern zu abhängig, um wirkungsvoll gegen sie vorzugehen. Irriducibili Lazio finanzieren sich durch eigene Merchandising-Artikel wie T-Shirts, die durch eigene Läden in Rom vertrieben werden. Der Kapitän von Lazio Rom, der italienische Nationalspieler Paolo di Canio, ist Sympathisant der Irriducibili Lazio und bekundete u.a. bei einem Auftritt bei den MTV-Awards 2004 durch das Tragen eines T-Shirts seine Verbundenheit mit der Gruppierung. Unter anderem beim Stadtderby gegen AS Rom am 6. Januar 2005, dem 17. Spieltag der italienischen Serie A in der Saison 2004/2005, zeigte Di Canio als Torjubel vor den Fans der Irriducibili Lazio den faschistischen Gruß. Dieser Vorfall löste eine breite Debatte über die Verbindungen zwischen einigen italienischen Gruppen der Ultrà-Bewegung und dem Rechtsextremismus aus. Nachdem DiCanio am 11. Dezember 2005 beim Spiel gegen den AS Livorno, dessen Anhänger politisch links stehen und dessen Stürmerstar Cristiano Lucarelli bekennender Kommunist ist, erneut den Faschistengruß zeigte, wurde er zu einer Geldbuße von 10.000 EUR und einem Spiel Sperre verurteilt. Die Irriducibili Lazio organisierten daraufhin eine Demonstration zu Gunsten DiCanios vor dem Sitz des Italienischen Fußballverbandes. An dieser nahmen am 23. Dezember rund 500 Personen teil.

man tobi!refUG hat geschrieben:Ich denke grad, es passt in den Fred und interessiert vielleicht den Einen oder Anderen: "Tobi", der ja hier auch mal zu Besuch war, hat kurz nach seinen Besuchen hier im alten Forum der Hammer SpVg volksverhetzende Äußerungen von sich gegeben. Da das Ganze zwar anonym geschah, aber natürlich nicht ohne IP, konnten Staatsschutz Dortmund und Staatsanwaltschaft das Problem schnell und effektiv aus der Welt schaffen.
http://www.gepflegt-arrogant.netRom - Das Olympiastadion verkommt immer mehr zur Bühne rechtsradikaler Fußball-Fans. Im Meisterschaftsspiel AS Roma gegen FC Livorno (3:0) sorgten "Fans" der Römer mit Nazi-Fahnen und Spruchbändern erneut für einen Skandal. "Lazio und Livorno - dieselben Initialen, derselbe Ofen", stand in Anspielung auf die Vernichtungslager der Nazis auf einem riesigen Spruchband. Sportler, Funktionäre und Politiker verurteilten die rechtsradikalen Fan-Aktionen scharf und forderten ein hartes Durchgreifen. Dem AS Roma droht nun eine Stadionsperre.
"Wir haben Euch alle verbrannt"
Kurz vor dem Spiel konnte die Polizei noch einen Brandanschlag auf einen Bus mit Livorno-Fans vereiteln. Sechs Molotow-Cocktails wurden unter einer Brücke beim Stadion gefunden. Auch ein Spruchband mit der Aufschrift "Wir haben Euch alle verbrannt" wurde von der Polizei sichergestellt. Drei Personen wurden verhaftet. Hätten die Rom-Fans den offensichtlich von langer Hand geplanten Brandanschlag gegen die Anhänger aus Livorno durchführen können, wäre es zur Tragödie gekommen, schrieb "La Gazzetta dello Sport" am Montag.
Während die Sicherheitskräfte vor dem Spiel rechtzeitig eingriffen, schauten sie im Stadion dem rechtsradikalen Treiben mit Hakenkreuzfahnen und Duce-Bildern auf den Rängen tatenlos zu. "Der Schiedsrichter hätte diese Spruchbänder entfernen lassen müssen", sagte AS-Profi Damiano Tommasi. Dem Gesetz nach hätte der zuständige Polizeichef im Stadion das Spiel abbrechen müssen. "So etwas darf nicht mehr geduldet werden", forderte Roms Bürgermeister. Vittorio Pavoncello vom Rat der jüdischen Gemeinde in Rom verlangte ein "Einschreiten der Sportverbände".
Fromme Wünsche ohne Taten
Auch der Klub verurteilte die Fan-Aktionen, fühlt sich aber nicht dafür verantwortlich. Die AS Roma sieht sich vielmehr als Opfer: "Die Politik muss raus aus den Stadien", meinte Vereinschef Franco Sensi. Bisher folgten den frommen Wünschen jedoch nie Taten: Weder AS Roma noch Lokalrivale Lazio haben es in den vergangenen Jahren geschafft, die immer wiederkehrenden rechtsradikalen Fan-Aktionen zu unterbinden.
Anmerkung Redaktion: Offizielle Pressemitteilung
quelle: spiegel onlineNeues auch aus Italien: Innenminister Giuseppe Pisanu hat die Sicherheitskräfte zur Absage von Fußballspielen aufgerufen, wenn im Stadion Spruchbänder oder Transparente mit Schriften gezeigt werden, die zur politischen Gewalt, Rassismus oder Ausländerfeindlichkeit aufrufen. Pisanu reagierte damit auf einige Spruchbänder mit antisemitischen Parolen, die im römischen Olympia-Stadion während des Meisterschaftsspiels AS Rom gegen AS Livorno Calcio am vergangenen Wochenende gezeigt worden waren. Der italienische Fußballverband setzte nun mit seiner Entscheidung in Zeichen. Die Römer müssen ein Spiel vor leeren Rängen auf neutralen Boden austragen und eine Geldstrafe von 5.000 Euro zahlen.
Hakenkreuz in Leipzig
Staatsschutz ermittelt gegen Lok-Ultras
Von Matthias Koch
Der Fußball in den neuen Bundesländern macht selten positive Schlagzeilen. Am Sonntag lieferten sich Anhänger des FC Hansa Rostock auf dem Stendaler Bahnhof eine Prügelei mit der Polizei: 200 000 Euro Sachschaden und 18 verletzte Beamte (ND berichtete). Am Vormittag desselben Tages eskalierte die Situation in Leipzig.
Im Bruno-Plache-Stadion, Heimstätte des inzwischen in der siebenten Liga kickenden 1. FC Lok Leipzig, gingen zwar nicht wie in Stendal Autos in Flammen auf. Hier griffen »Halbstarke« nicht zu Steinen, sondern zur faschistischen Provokation. Rund 45 meist jugendliche Lok-Ultras bildeten beim Sachsen-Pokal-Spiel zwischen der A-Jugend von Lok Leipzig und dem Lokalrivalen Sachsen Leipzig (0:1) ein lebendiges Hakenkreuz. Ein Foto liegt Neues Deutschland vor. Der Staatsschutz ermittelt wegen des Tragens und Zeigens von verfassungsfeindlichen Symbolen.
Steffen Kubald, Vorsitzender von Lok Leipzig, zeigte sich gegenüber ND entsetzt: »Während der Partie habe ich davon nichts mitbekommen. Bisher ist so etwas bei uns nicht passiert. Wir sind ein unpolitischer Verein. Wir werden den Staatsschutz bei den Ermittlungen unterstützen. Bis zur Klärung der Tatvorwürfe haben wir die uns bekannte Ultra-Gruppierung mit Hausverbot belegt.«
